Camping in Deutschland buchst du hier mit Wunschtermin und Region in einem Schritt, vom Stellplatz hinter der Düne bis zum Mobilheim mit eigener Terrasse. Dass sich der Vergleich lohnt, zeigen die Zahlen: Für 2025 meldet das Statistische Bundesamt 44,7 Millionen Übernachtungen auf den Campingplätzen hierzulande, gut vier Prozent mehr als im Jahr davor, und damit fand rund jede elfte Urlaubsnacht im Land auf einem Stellplatz statt. Wer heute mit dem Wohnwagen an die Ostsee fährt, steht dort neben Familien im Mietbungalow, neben Paaren mit Espressomaschine im Kastenwagen und neben Leuten, die ihr Zelt in zehn Minuten aufstellen und den Rest des Tages im Wasser verbringen.
Camping in Deutschland ist damit die Reiseform mit der größten Spannweite, preislich wie in der Ausstattung. Wiesenplatz mit zwanzig Parzellen und einem Eierautomaten am Eingang? Gibt es. Anlage mit beheiztem Sanitärhaus, Brötchenservice und Steg am See? Gibt es auch, oft im Nachbarort. Welche Plätze und Häuser in deinem Zeitraum tatsächlich frei sind, siehst du oben im Buchungsbereich. Die spannende Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob es gemütlich wird, sondern wo.
Wo in Deutschland am meisten gecampt wird
Ganz oben steht nicht der Süden, sondern die Küste. Die schleswig-holsteinische Ostsee kam 2025 auf 3,5 Millionen Campingübernachtungen und liegt damit klar vor dem Schwarzwald mit 2,6 Millionen. Das überrascht viele, die beim Stichwort Campingplatz zuerst an Alpenpanorama denken.
| Region | Übernachtungen 2025 | Was den Unterschied macht |
|---|---|---|
| Ostsee in Schleswig-Holstein | 3,5 Mio. | Flach abfallende Strände, kurze Wege, viele Plätze direkt hinter der Düne |
| Schwarzwald | 2,6 Mio. | Waldplätze am Bach, ideale Basis für Wander- und Radtouren |
| Nordseeküste Niedersachsen | 2,0 Mio. | Deichblick, Wattwanderungen, verlässlicher Wind für Drachen und Segel |
| Allgäu | 1,8 Mio. | Bergkulisse mit Badeseen dazwischen |
| Bodensee und Oberschwaben | 1,7 Mio. | Milde Abende, Obstgärten, Fähren ans andere Ufer |
Der Norden gewinnt diese Rangliste vor allem durch Dichte. Zwischen Flensburger Förde und Fehmarn reiht sich Platz an Platz, und weil die Küste dort selten steil ist, liegt zwischen Parzelle und Wasserlinie oft nur ein Dünenübergang. Familien mit kleinen Kindern schätzen genau das: kein Serpentinenweg zum Strand, kein Höhenmeter mit Bollerwagen. Auch die Ostseebäder in im nördlichsten Bundesland halten ihre Plätze inzwischen ganzjährig offen, was Herbstcamper freut.
Der Schwarzwald spielt dagegen mit Waldruhe und Wasser. Viele Plätze liegen in Tallagen an einem Bach, morgens hängt Nebel zwischen den Tannen, und nachmittags bist du in zwanzig Minuten am Wanderparkplatz. Wer die Täler zwischen Titisee und Kinzig noch nicht kennt, unterschätzt regelmäßig, wie viele Plätze dort ganzjährig geöffnet sind. Und an der niedersächsischen Nordsee dreht sich fast alles um Ebbe und Flut: Der Zeitplan des Urlaubstages richtet sich nach dem Wasser, nicht nach der Uhr.
Im Allgäu und rund um den Bodensee läuft Camping noch einmal anders. Die Plätze liegen oft auf Wiesen mit Blick auf eine Bergkette, und weil die Region reich an Badeseen ist, brauchst du für den Nachmittag kein Auto. Am Bodensee bleiben die Abende zudem lange mild. Man sitzt dort noch draußen, wenn an der Ostsee längst die Fleecejacke ausgepackt wird. Ein Detail, das viele erst beim zweiten Besuch merken (und das im Sommer über die Nachtruhe entscheidet): Plätze am nördlichen Ufer sind meist ruhiger als die im Dreiländereck.
Gerade in den Sommerferien 2026 lohnt der Blick früh, weil die Parzellen in erster Reihe zuerst weg sind.
Camping am See: Seenplatte, Heide und ein Bergsee in Oberbayern
Ein Campingplatz am See funktioniert anders als einer am Meer. Kein Wellenrauschen, dafür morgens spiegelglattes Wasser und abends dieses Licht, für das Angler früh aufstehen. Die Wasserlandschaft rund um die Müritz ist dafür die naheliegendste Adresse: Zwischen Müritz, Plauer See und den kleinen Verbindungskanälen liegen Plätze, an denen das Kanu direkt vor dem Zelt im Schilf liegt. Wer will, paddelt tagelang von Platz zu Platz, ohne dasselbe Ufer zweimal zu sehen.
Deutlich stiller wird es in der Heide bei Wilsede. Das Naturschutzgebiet ist autofrei, und auch Radfahrer bleiben auf den ausgewiesenen Wegen so steht es in den Wegeregeln des Naturparks. Klingt nach Einschränkung, ist aber der eigentliche Reiz: Wer abends vom Platz aus in die Heide läuft, hört Bienen und sonst wenig. Die Blüte färbt die Flächen meist im Spätsommer lila, und dann sind die Plätze rund um Undeloh und Bispingen entsprechend gefragt.
Und im Süden? Da sind es die Bergseen. Am Walchensee in Oberbayern campst du auf 800 Metern Höhe an türkisgrünem Wasser, das selbst im August frisch bleibt. Kite- und Windsurfer schätzen den Nachmittagswind, alle anderen die Tatsache, dass die Berge direkt hinter dem Ufer anfangen.
Was einen guten Seeplatz ausmacht, lässt sich an drei Kleinigkeiten ablesen. Gibt es einen eigenen Uferzugang oder muss man über eine Straße? Liegt die Bootsvermietung auf dem Gelände oder zwei Kilometer weiter? Und wie weit ist die nächste Einkaufsmöglichkeit, wenn abends das Brot fehlt? Plätze, die alle drei Fragen gut beantworten, sind spürbar teurer, sparen dafür jeden Tag Wege. Wer mit kleinen Kindern reist, merkt den Unterschied schon am zweiten Nachmittag.
REISEBÜRO.DE EXPERTEN-TIPP: Frag bei Seeplätzen gezielt nach der Ausrichtung der Parzelle. Ein Stellplatz mit Westblick bedeutet Abendsonne im Vorzelt bis halb zehn, ein Ostplatz dagegen Sonne um sieben Uhr früh auf dem Blechdach. Im Hochsommer entscheidet das über die Frage, ob die Klimaanlage laufen muss oder nicht.
Was kostet eine Woche Camping in Deutschland?
Für zwei Erwachsene mit Wohnwagen liegt die Standgebühr auf gut ausgestatteten Plätzen 2026 meist zwischen 30 und 60 € pro Nacht, an der Küste im Hochsommer auch darüber. Die Spanne ist deshalb so breit, weil beim Camping fast alles einzeln abgerechnet wird: Erwachsene, Kinder, Hund, Fahrzeug, Stromanschluss nach Kilowattstunde, manchmal sogar die Dusche per Chip. Ein Wiesenplatz in der Eifel kann bei 22 € liegen, eine Parzelle mit eigenem Sanitärhäuschen an der Ostsee beim Dreifachen.
Dazu kommt die Kurabgabe, und die wird gern übersehen. In Kühlungsborn zum Beispiel werden vom 1. Mai bis 30. September 3,00 € pro Person und Tag fällig, in der übrigen Zeit 1,60 €, Kinder bis zum 16. Geburtstag zahlen nichts. Dafür gilt die Gästekarte als Tagesticket in weiteren Ostseebädern der Region. Jede Gemeinde legt ihre Sätze selbst fest, verbindlich ist immer die Satzung des jeweiligen Ortes, in der Regel steht der Betrag aber auch auf der Buchungsbestätigung des Platzes.
REISEBÜRO.DE EXPERTEN-TIPP: Frag vor der Buchung, ob Strom pauschal oder nach Zähler abgerechnet wird. Bei Pauschale zahlst du im Sommer für Kühlschrank und Handyladen dasselbe wie jemand mit Klimaanlage und Heizlüfter. Nach Zähler kommst du in der warmen Jahreszeit oft mit unter zwei Euro pro Tag aus, im Herbst mit Heizung dagegen deutlich höher.
Sparen lässt sich am zuverlässigsten über den Kalender. Die zweite Septemberhälfte ist an der Ostsee erfahrungsgemäß deutlich ruhiger als der August, das Wasser hat noch Restwärme, und die Plätze reduzieren ihre Nebensaisontarife. Wer flexibel ist, prüft im Preisvergleich oben einfach zwei Zeiträume nebeneinander.
Zelt, Wohnwagen oder Mobilheim: fünf Sterne gibt es auch hier
Die Ausrüstungsfrage entscheidet mehr über den Urlaub als das Ziel. Mit dem Zelt bist du am flexibelsten und am dichtesten dran, zahlst aber jeden Regentag mit klammen Sachen. Wohnwagen und Kastenwagen sind der Kompromiss für Vielfahrer, das Mobilheim die Variante für alle, die keine Ausrüstung besitzen und trotzdem Platzleben wollen: feste Wände, eigenes Bad, Terrasse, davor die Wiese mit den Nachbarskindern.
Fünf Sterne bedeuten beim Camping übrigens keine Marmorbäder. In der Spitzenkategorie findest du in der Regel beheizte Sanitärgebäude mit Familienbädern, großzügig geschnittene Parzellen, Brötchenservice, oft ein Restaurant und Animation in den Ferien. Das ist der Grund, warum viele Familien inzwischen zwischen Hotelanlage und Fünf-Sterne-Platz schwanken. Was du trotzdem selbst mitbringen musst, steht kompakt in unserer Übersicht dazu, was wirklich in den Kofferraum gehört.
Mit Hund und mit Kindern verschiebt sich die Auswahl noch einmal. Viele Plätze weisen inzwischen eigene Hundewiesen und Hundeduschen aus, andere lassen Vierbeiner nur in bestimmten Abschnitten zu, und an einzelnen Ostseestränden gibt es ausgewiesene Hundestrände in Sichtweite des Platzes. Bei Kindern zählt weniger der Pool als die Frage, ob es einen Bereich gibt, in dem sie ohne Autoverkehr Fahrrad fahren können. Große Anlagen trennen Durchgangsstraßen und Spielflächen meist konsequent, kleine Wiesenplätze brauchen das gar nicht erst.
Ein Hinweis für Einsteiger, die noch kein Fahrzeug haben: Miet-Mobilheime und feste Zelte sind auf großen Plätzen schnell ausgebucht, weil sie nur in kleiner Stückzahl vorhanden sind. Wer erst im Juni mit dem Buchen anfängt, bekommt eher einen Termin im September.
Frei stehen? Warum die Sächsische Schweiz ein Sonderfall ist
Wildes Zelten ist in Deutschland fast überall untersagt, geregelt wird das von den Bundesländern und den Naturschutzbehörden vor Ort. Eine bekannte Ausnahme mit langer Tradition sind die Boofen im Elbsandsteingebirge, also die Übernachtung unter Felsüberhängen. Der Freistaat Sachsen hat die Regeln dafür inzwischen dauerhaft festgeschrieben. An den 58 zugelassenen und gekennzeichneten Stellen ist das Freiübernachten ab 2026 jedes Jahr vom 1. Februar bis zum 15. Juni nicht gestattet, außerhalb dieses Zeitraums bleibt es im Zusammenhang mit dem Klettersport erlaubt. Grund ist die Brut- und Setzzeit.
Für alle, die keine Kletterausrüstung im Kofferraum haben, ist das kein Verlust. Im Elbsandsteingebirge liegen die Plätze im Elbtal so, dass du morgens mit der Fähre übersetzt und vor den Tagesgästen an der Bastei stehst. Abends kommst du zurück, und der Grill läuft schon. Wer die Region ohnehin zum Wandern besucht, fährt mit einem festen Standort deutlich entspannter als mit der Suche nach einem legalen Schlafplatz.
Welcher Platz passt zu deinem Urlaub?
Mit kleinen Kindern führt der kürzeste Weg zum entspannten Urlaub an die Ostsee: flaches Wasser, kurze Strandwege, viele Plätze mit Spielscheune für Regentage. Wer Ruhe sucht, ist in der Heide oder an der Seenplatte besser aufgehoben, wo abends niemand mehr Musik macht. Für Aktive lohnt der Schwarzwald oder das Elbsandsteingebirge, weil dort die Wege direkt am Platz beginnen. Und wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob Camping überhaupt zu dir passt, nimm ein Mietmobilheim für vier Nächte, im Zweifel die Plätze jenseits der Grenzen gleich mit im Blick.
Camping in Deutschland hat den angenehmen Nebeneffekt, dass du kurzfristig umplanen kannst: Wettervorhersage schlecht im Norden, Platz frei im Süden. Welche Regionen im gewünschten Zeitraum noch Kapazitäten haben, zeigt dir die Suche oben, und der Rest ist eine Frage von Kofferraum und Vorfreude.
