Kärnten Urlaub buchst du auf dieser Seite als fertiges Paket aus Unterkunft und Anreise. Oben trägst du Reisezeitraum und Personenzahl ein und vergleichst, was am Wörthersee, am Millstätter See oder in den Nockbergen für deine Woche noch frei ist. Fast jeder kennt von Kärnten nämlich genau ein Bild, und es zeigt Bootsstege am Wörthersee. Dabei ist das südlichste Bundesland Österreichs erheblich unaufgeregter, als das Fernsehen es über Jahrzehnte verkauft hat. Zwischen den Karawanken an der slowenischen Grenze und den Gletschern der Hohen Tauern liegen Almdörfer, ein See mit Trinkwasserqualität und Regionen, deren Namen selbst viele Österreicher erst nachschlagen müssen. Wer das Land auf den einen See reduziert, verpasst ungefähr neun Zehntel davon. Und die günstigere Hälfte gleich mit.
Ein Land, drei Landschaften und viel Wasser
Kärnten liegt im Süden Österreichs, grenzt an Italien und Slowenien und teilt sich grob in drei Zonen. Im Norden die Hochgebirgskette der Hohen Tauern mit dem Großglockner, in der Mitte das breite Klagenfurter Becken mit den großen Badeseen, im Süden die schroffen Karawanken. Dazwischen fließt die Drau, an der auch der wichtigste Radweg des Landes verläuft. Klagenfurt und Villach sind die beiden Städte, in denen Züge und Autobahnen zusammenlaufen, alles andere ist Fläche.
| Region | Basisort | Passt zu |
|---|---|---|
| Wörthersee | Velden, Pörtschach | Badeurlaub mit Abendprogramm, gute Anbindung |
| Millstätter See | Millstatt, Seeboden | Ruhigere Tage, Wandern über der Wasserlinie |
| Ossiacher See und Villach | Ossiach, Annenheim | Wassersport, Bergbahn direkt nebenan |
| Weissensee und Gailtal | Techendorf | Naturnaher Urlaub ohne Trubel |
| Nockberge | Bad Kleinkirchheim | Thermen, sanfte Kuppenberge, Sommer wie Winter |
| Südkärnten | Klopeiner See, Bleiburg | Familien, warmes Wasser, kurze Wege |
| Mölltal und Heiligenblut | Heiligenblut | Hochgebirge, Gletscherblick, Alpinwandern |
Für die Orientierung reicht eine simple Regel: Je weiter westlich du fährst, desto stiller wird es und desto höher liegen die Ortschaften. Wer aus Deutschland kommt, ist über die Tauernroute in etwa fünf bis sechs Stunden ab München da, mit Sommerstau vor dem Tauerntunnel auch länger. Auf österreichischen Autobahnen braucht der Pkw eine Vignette: 106,80 € für das Jahr, 32 € für zwei Monate, 12,80 € für zehn Tage.
Kärntens Seen und ihre kleinen Unterschiede
Badeseen hat das Land reichlich, ernsthaft touristisch relevant sind ein gutes Dutzend. Sie unterscheiden sich weniger in der Wasserqualität, die überall hoch ist, als in Temperatur, Uferbebauung und Publikum. Wie sich die einzelnen Gewässer im Detail schlagen und welcher See wann am wärmsten wird, ist ein Thema für sich.
Wörthersee und Ossiacher See
Der Wörthersee ist der große, warme, laute. Im Hochsommer badewannenähnlich, mit Velden am Westufer als Ausgehzentrum und Maria Wörth als Postkartenmotiv auf der Halbinsel. Das Ufer ist zu großen Teilen bebaut, öffentliche Strandbäder gibt es trotzdem reichlich, und wer sich fünf Minuten vom Zentrum wegbewegt, zahlt für den Kaffee plötzlich normale Preise. Der Ossiacher See östlich von Villach ist die entspanntere Variante, schmaler, mit Schilfgürteln und einem Stift aus dem 11. Jahrhundert am Südufer. Von Annenheim führt eine Kabinenbahn auf die Gerlitzen, was einen netten Nebeneffekt hat: baden am Vormittag, Almjause am Nachmittag.
Millstätter See und Weissensee
Millstatt liegt an einem der tiefsten Seen des Landes, und tief heißt hier: Das Wasser braucht länger, um warm zu werden, bleibt dafür bis in den September angenehm. Über dem Nordufer zieht sich ein Panoramaweg entlang, von dem aus man den See in voller Länge sieht, und die Orte am Südufer sind so ruhig, dass man abends die Boote im Hafen hört.
Der Weissensee ist der Sonderfall. Er liegt auf 930 Metern, ist 11,6 Kilometer lang, hat Trinkwasserqualität und ist der einzige Kärntner See ohne Umfahrungsstraße, weshalb zwei Drittel seines Ufers unverbaut geblieben sind (Verband der Naturparke Österreichs). Ans Ostufer kommst du nur per Schiff, mit dem Rad oder zu Fuß. Im Winter friert er regelmäßig zu und wird zur Eislauffläche, auf der Läufer Kilometer statt Runden zählen.
Klopeiner See und Faaker See
Der Klopeiner See im Süden gilt als der wärmste größere Badesee Österreichs, weil er klein, flach und rundum von Hügeln geschützt ist. Für Familien mit kleinen Kindern ist genau das der Punkt: Man steht dort lange im hüfttiefen Wasser, und die Wege vom Quartier zum Strandbad sind kurz. Der Faaker See südlich von Villach hat dieses fast unwirkliche Türkis, das vom Kalkgestein der Karawanken kommt, dazu eine kleine bewaldete Insel in der Mitte. Beide Seen sind abends erstaunlich still, laute Motorboote gehören dort nicht zum Bild.
REISEBÜRO.DE EXPERTEN-TIPP:
Am Weissensee lohnt sich der Sprung ans autofreie Ostufer. Vom Ortsteil Techendorf fahren im Sommer Linienschiffe hinüber, von dort läuft man in etwa 90 Minuten am Ufer zurück. Nimm das früheste Schiff, dann liegt der Rückweg im Schatten des Nordhangs statt in der Mittagssonne.
Berge, Almen und die Straße zum Gletscher
Der Großglockner steht mit 3.798 Metern an der Grenze zu Osttirol und ist Österreichs höchster Berg. Von Kärntner Seite führt die Großglockner Hochalpenstraße ab Heiligenblut hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, wo die Pasterze liegt, der längste Gletscher der Ostalpen. Die Großglockner Hochalpenstraßen AG verlangt für das Tagesticket 46,50 € beim Pkw und 36,50 € beim Motorrad, und wer erst nach 18 Uhr auffährt, zahlt den günstigeren Abendtarif. Befahrbar ist die Straße etwa von Anfang Mai bis Anfang November, nachts ist sie gesperrt, im Hochsommer öffnet die Mautstelle um 5:30 Uhr. Die frühe Auffahrt ist die schönste, weil sich die Wolken meist erst gegen Mittag am Grat stauen.
Weniger spektakulär, dafür ohne Maut: die Nockberge im Norden, ein Biosphärenpark aus runden, grasbewachsenen Kuppen, der eher an Irland erinnert als an die Alpen. Dort führen Wege über Almen, auf denen im Sommer noch gesennt wird, also Käse direkt auf der Hütte entsteht. Für längere Touren im Hochgebirge helfen die Tipps für die Hohen Tauern weiter, und wer die Alpen breiter vergleichen will, findet Wanderrouten quer durch die Alpenrepublik.
Klagenfurt, Villach und die Ausflugsziele dazwischen
Klagenfurt ist überschaubar, und das ist ein Kompliment. Der Neue Platz mit dem Lindwurmbrunnen, die italienisch anmutenden Arkadenhöfe in der Altstadt, dazu ein Stadtstrand am Ostufer des Wörthersees, den man mit dem Rad in zwanzig Minuten erreicht. Nebenan liegt Minimundus mit Miniaturbauten aus aller Welt, was mit Kindern verlässlich funktioniert. Villach dagegen ist die entspanntere Schwester, mit Thermalbad, einem der größten Straßenfeste des Landes im Sommer und der Nähe zur italienischen und slowenischen Grenze, die man am Essen merkt.
Zwischen den beiden Städten verteilen sich die Ausflugsziele, die sich auch bei durchwachsenem Wetter lohnen. Der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel über dem Wörthersee hat eine Rutsche, die viele Erwachsene erst ablehnen und dann zweimal nehmen. Die Burg Hochosterwitz thront auf einem Felskegel über dem Zollfeld, der Aufstieg führt durch eine Reihe hintereinanderliegender Tore. Und im Bergbaumuseum in der Terra Mystica bei Bad Bleiberg fährt man mit einer Grubenbahn in den Berg, was an heißen Tagen zusätzlich den Vorteil konstanter Kühle hat.
Praktisch für die Planung ist, wie kurz die Wege ab Villach sind. Die Stadt liegt so zentral, dass sich von dort fast das halbe Land als Tagesausflug erschließt.
| Ab Villach nach | Fahrzeit mit dem Auto |
|---|---|
| Wörthersee (Velden) | ca. 15 Min |
| Klopeiner See | ca. 45 Min |
| Bad Kleinkirchheim | ca. 50 Min |
| Weissensee (Techendorf) | ca. 60 Min |
| Heiligenblut am Großglockner | ca. 1 Std 30 Min |
| Kranjska Gora in Slowenien | ca. 45 Min |
Dass die Grenzen so nah liegen, verändert den Urlaub mehr, als man denkt. Ein Vormittag am See und ein Nachmittag auf einem italienischen Markt in Tarvis passen in denselben Tag, und bis nach Ljubljana oder an die Adria bei Grado sind es rund zwei Stunden. Wer aus Kärnten heraus einmal nach Süden fährt, kommt mit Espresso-Ansprüchen zurück, die sich in Klagenfurt erstaunlich gut erfüllen lassen.
Was kostet ein Urlaub in Kärnten?
Deutlich weniger, als das Wörthersee-Klischee vermuten lässt, sobald du ein paar Kilometer vom Prominentenufer weggehst. Eine Woche im Doppelzimmer mit Frühstück liegt 2026 je nach Saison und Region meist zwischen 700 und 1.100 € pro Person, Ferienwohnungen und Campingplätze drücken das spürbar. Die Nebensaison im Juni und September ist nicht nur günstiger, sondern für Wanderungen ohnehin die bessere Wahl. Tagesaktuelle Preise siehst du am schnellsten im Vergleich oben.
Rechnen lohnt sich bei der Kärnten Card. Die Saisonkarte kostet für Erwachsene 99 €, für Kinder der Jahrgänge 2011 bis 2019 54 €, gilt in der Sommersaison von Anfang April bis Anfang November und schließt über 100 Ausflugsziele ein, von Bergbahnen über Schifffahrten bis zu Museen. Bei drei Bergbahnfahrten und zwei Schiffstouren ist sie durch. Viele Vermieter geben sie ihren Gästen vergünstigt weiter, danach fragt man am besten schon vor der Anreise.
Was vor Ort ins Geld geht, sind weniger die Eintritte als die Wege: Wer jeden Tag 60 Kilometer zum nächsten See fährt, zahlt am Ende mehr für Sprit als für die Liegestühle. Deshalb lohnt es sich, die Unterkunft nach dem Hauptinteresse zu wählen und nicht nach dem günstigsten Nachtpreis.
Seehotel, Almhütte oder Campingplatz
Die Unterkunftsfrage entscheidet in Kärnten mehr über den Urlaub als das Ziel selbst. Direkt am Wasser zahlst du den Seeblick mit, oft mit eigenem Badesteg, und die Häuser am Millstätter und am Wörthersee sind entsprechend früh ausgebucht. Zwei Serpentinen den Hang hinauf wird es günstiger und der Blick sogar besser. Unterkünfte direkt am Ufer lohnen sich vor allem für kurze Aufenthalte, bei denen der Weg zum Wasser zählt.
Almhütten und Berggasthöfe sind die zweite Variante, häufig oberhalb von 1.400 Metern, mit Halbpension und Wanderwegen vor der Tür. Und Kärnten ist ein starkes Campingland: Die Plätze am Ossiacher See, am Presseggersee und am Weissensee gehören zu den beliebtesten des Landes, viele mit eigenem Seezugang. Wer Campingplätze vergleichen will, sollte für Juli und August früh dran sein, Stellplätze in erster Reihe sind oft ein Jahr im Voraus vergeben. Ferienwohnungen wiederum sind die pragmatische Lösung für Familien, weil Kinder abends selten Lust auf Menüfolgen haben.
Eine vierte Variante wird oft übersehen: die Bauernhöfe im Gail- und im Lavanttal, die Zimmer oder ganze Wohnungen vermieten. Sie liegen selten am Wasser, dafür kosten sie einen Bruchteil der Seelagen, und für Kinder ist der Stall am Morgen ohnehin spannender als jeder Pool. Wer mit dem Wohnmobil kommt, findet außerdem im Drautal eine Reihe kleiner Stellplätze, die auch im August noch Lücken haben.
Kasnudeln, Reindling und Fisch aus dem See
Die Kärntner Küche ist bodenständig, und ihr bekanntester Vertreter sind die Kasnudeln: Teigtaschen mit einer Füllung aus Topfen, Kartoffeln und Minze, mit einem gedrehten Rand, dem sogenannten Krendl, den ältere Wirtinnen in Sekunden formen. Dazu braune Butter, mehr braucht es nicht. Der Reindling ist ein Hefegebäck mit Zimt und Rosinen, traditionell zu Ostern, inzwischen ganzjährig auf jeder Jausenkarte.
Aus den Seen kommen Reinanken und Seesaiblinge, die in kleinen Fischereien geräuchert direkt über die Theke gehen, am frühen Nachmittag ist die Auswahl am größten. Im Lesachtal wird noch in Dorfmühlen gemahlen und in Gemeinschaftsbacköfen gebacken, das Brot dort schmeckt entsprechend. Und weil die slowenische und die italienische Grenze nah sind, stehen auf denselben Karten Gnocchi, Frigga und Jause nebeneinander, ohne dass jemand das erklärungsbedürftig fände.
Wann ist die beste Zeit für Kärnten?
Zum Baden Juli und August, für alles andere Juni und September. Die großen Seen erreichen ihre höchsten Temperaturen im Hochsommer, kühlen aber wegen der geschützten Beckenlage langsamer aus als andere Alpenseen, weshalb das Baden vielerorts bis in den September funktioniert. Der Herbst gehört den Wanderern: klare Luft, Almabtriebe, und die Nockberge färben sich in ein Braungold, das man weiter westlich so selten sieht. Wie sich die Monate im ganzen Land verteilen, zeigt der Überblick dazu, wann welche Region ihre Saison hat.
Der Winter ist die unterschätzte Saison. Nassfeld, Bad Kleinkirchheim, Katschberg und die Turracher Höhe liegen alle in Kärnten, dazu kommt das Eislaufen am Weissensee. Wie sich das Land gegen die bekannteren Wintergebiete schlägt, zeigt der Blick auf die österreichischen Skiregionen. Und falls du erst noch überlegst, ob es überhaupt Österreich wird: Ein Vergleich mit Tirol und seinen Gletscherbahnen oder mit dem Salzkammergut weiter im Norden klärt das meist schnell.
Unterwegs in Kärnten ohne eigenes Auto
Es geht, verlangt aber etwas Planung. Klagenfurt und Villach sind per Bahn gut erreichbar, im Sommer auch mit Nachtzügen aus Deutschland, und von beiden Städten fahren Regionalbusse in die Seenorte. Innerhalb der Region übernehmen Schifffahrten auf dem Wörthersee, dem Millstätter See und dem Weissensee einen Teil des Verkehrs, was aus der Anreise gleich einen Ausflug macht.
Der Drauradweg zieht sich quer durchs Land von Osttirol bis zur slowenischen Grenze, überwiegend flach und abseits der Straßen, mit Bahnhöfen in vielen Etappenorten. Wer eine Woche radeln will, kommt ohne Auto völlig aus. Für alles darüber hinaus, also Almhütten am Ende von Sackgassentälern oder frühe Starts am Großglockner, ist ein Mietwagen die ehrlichere Antwort.
Mit Kindern, mit Hund, zu zweit
Für Familien sind die kleineren Seen im Süden die erste Wahl. Klopeiner See, Turnersee und Pressegger See sind flach, warm und überschaubar, die Wege vom Quartier zum Wasser kurz. Viele Betriebe haben sich darauf eingestellt, mit Kinderbetreuung der jeweiligen Anbieter und Bergbahnen, die Kinderwagen mitnehmen.
Hunde sind in Kärnten erstaunlich willkommen, mehrere Seen haben ausgewiesene Hundestrände, und auf den meisten Almwegen bleibt die Leine die einzige Auflage. Paare landen dagegen meist am Millstätter oder am Weissensee, weil dort die Uferwege abends leer sind und die Restaurants keine Reservierung drei Tage im Voraus verlangen. Andere Ecken des Landes und ihre Eigenheiten findest du im Überblick zu Österreich als Urlaubsland.
Welche Region passt zu dir?
Wer Trubel und kurze Wege will, bleibt am Wörthersee oder in Villach. Wer Ruhe sucht und dafür 40 Minuten Fahrt in Kauf nimmt, fährt an den Weissensee oder ins Lesachtal. Familien fahren nach Südkärnten, Wanderer in die Nockberge oder nach Heiligenblut, und wer beides mischen will, quartiert sich am Millstätter See ein, von dem aus beides in einer halben Stunde erreichbar ist.
Kärnten belohnt Leute, die nicht alles an einem Tag sehen wollen. Zwei Seen, eine Bergstraße und ein Abend auf einer Alm sind für eine Woche völlig ausreichend, den Rest hebst du dir auf. Welche Unterkünfte in deinem Zeitraum frei sind, siehst du im Buchungsbereich oben.
